Schätzungen zufolge existieren in der Europäischen Union etwa 3,5 Millionen Standorte die potenziell kontaminiert sind. Weiter wurde abgeschätzt, dass auf etwa 0,5 Millionen dieser Standorte Sanierungsmaßnahmen notwendig sind. Die Situation in den Europäischen Ländern in Bezug auf den Umgang mit kontaminierten Standorten ist sehr unterschiedlich. In nur 10 von 27 EU-Ländern gibt es derzeit spezifische Bodenschutzgesetze die sich auch mit der Sanierung kontaminierter Standorte auseinandersetzen. In 10 Ländern wird das Problem kontaminierter Standorte derzeit nur im Rahmen allgemeiner Umweltgesetze behandelt.

Am 22. September 2006 wurde von der EU-Kommission die Thematische Bodenstrategie mit einem Vorschlag zur Bodenrahmenrichtlinie vorgelegt (http://ec.europa.eu/environment/soil/index_en.htm). Am 13. Februar 2012 publizierte die EU-Kommission einen Bericht über die Implementierung der Bodenstrategie sowie laufender Aktivitäten (COM(2012) 46).

Die Ziele der Bodenrahmenrichtlinie sind

  • Die Vermeidung der weiteren Verschlechterung der Bodenqualität, sowie die Erhaltung der Bodenfunktionen
  • Die Wiederherstellung von geschädigtem Böden unter Betrachtung ihrer Funktionalität sowie unter Berücksichtigung der Kosten

Diese Ziele bauen auf vier Säulen auf

  • rechtliche Rahmenbestimmungen zum Schutz der Böden hinsichtlich Erosion, Verlust organischer Substanzen, Versalzung, Verdichtung und Erdrutsche und Bodenverunreinigungen
  • Einbeziehen des Bodenschutzes in Maßnahmen der Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft
  • Schließen der Kenntnislücken durch Forschung auf EU- und nationaler Ebene
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Notwendigkeit des Bodenschutzes
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Altlasten in Europa