Zahlreiche Schadensfälle haben aufgezeigt, dass von ehemaligen Industrie- und Gewerbestandorten sowie aufgelassenen Deponien erhebliche Gefahren für die Schutzgüter Wasser, Boden und Luft ausgehen können, die die Gesundheit von Mensch und Umwelt beeinträchtigen.

 Um die Gefährdung der menschlichen Gesundheit hintanzuhalten werden altlastenverdächtige Flächen als Altablagerungen und Altstandorte erfasst, die von ihnen ausgehenden Gefahren abgeschätzt und belastete Flächen (Altlasten) entsprechend saniert oder gesichert. Zum kostenlosen Bezug der Broschüre „Altlastensanierung in Österreich – Überblick in Stichworten von A – Z“ senden Sie bitte eine eMail an den ÖVA – zum Download der Broschüre klicken Sie hier… (pdf, 5,9mb).

Nach einer Erstabschätzung werden Altlablagerungen und Altstandorte, von welchen aufgrund früherer Nutzungsformen erhebliche Gefahren für die Gesundheit des Menschen oder die Umwelt ausgehen, im Verdachtsflächenkataster registriert. Der österreichweite Verdachtsflächenkataster wird vom Umweltbundesamt geführt. Werden aufgrund der Erstabschätzung keine erheblichen Gefahren festgestellt, wird die Fläche im Verzeichnis für Altablagerungen und Altstandorte aufgenommen.

 

Umweltbundesamt: Altlasten in Österreich

Als Altlasten werden jene Altablagerungen und Altstandorte bezeichnet, von denen – nach Durchführung von Untersuchungen und einer Gefährdungsabschätzung – erhebliche Gefahren für Mensch oder Umwelt ausgehen. Diese Altlasten werden im Altlastenatlas erfasst. Der Altlastenatlas wird in Form einer Verordnung zweimal jährlich kundgemacht und beinhaltet die Anzahl und Bezeichnung der Altlasten in jedem Bundesland . Altlasten, bei denen die erforderlichen Sicherungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen wurden, sind in der Altlasten-Verordnung entsprechend als gesichert oder saniert gekennzeichnet.

Für die Finanzierung der Altlastensanierung werden öffentliche Gelder vom Bund zur Verfügung gestellt. Die rechtliche Grundlage dafür ist das Altlastensanierungsgesetz (ALSAG) sowie das Umweltförderungsgesetz. Grundsätzliche Voraussetzung für eine mögliche Inanspruchnahme von Fördermitteln ist die Ausweisung als Altlast mit Festlegung einer Prioritätenklasse. In Abhängigkeit der Prioritätenklasse der Altlast und des Status des Förderwerbers (Verschmutzungsverantwortlicher, Wettbewerbsteilnehmer) kann die Förderhöhe max. 95 % der förderfähigen Kosten betragen. Förderungsanträge können beispielsweise von Gemeinden, Abfallverbänden, Sanierungspflichtigen oder Liegenschaftseigentümern an die Kommunalkredit Public Consulting GmbH eingereicht werden.

Die bisherigen Erhebungen lassen erwarten, dass es in Österreich ca. 60 – 70.000 Standorte gibt, an denen mit gesundheits- bzw. umweltgefährdenden Stoffen hantiert wurde bzw. wird. Rund 1.000 bis 2.000 davon werden als sanierungsbedürftig eingeschätzt.

Sanierung Berger  Deponie
Archiv-Bild: Sanierung Berger-Deponie  (NÖ)

In Vollziehung des Altlastensanierungsgesetzes wurden bisher insgesamt ca. 5.000 Altablagerungen und 60.000 Altstandorte registriert, rd. 2.000 Verdachtsflächen erfasst und 143 Altlasten ausgewiesen. 126 Altlasten wurden bereits saniert, bei 74 ist eine Sanierung derzeit in Durchführung (Stand Jänner 2013, Quelle: Umweltbundesamt).

Derzeit kommen hauptsächlich konventionelle Sanierungsverfahren (Dekontamination und Sicherung) wie Aushub und Räumung, Dichtwände und Behandlung des Grundwassers (Pump & Treat) zur Anwendung. Für die Zukunft gilt es, innovative Sanierungstechnologien zu fördern und Anwendungsbarrieren (geringe Erfahrungswerte, Einschätzung des Restrisikos etc.) zu überwinden.

DeponieGrubhof

Einsatz innovativer Sanierungsverfahren: Deponie Grubhof (OÖ)

In Bezug auf industrielle und gewerbliche Brachflächen wird vermutet, dass bei 15 % der ca. 4.000 Brachflächen ein Verdacht auf Boden- bzw. Grundwasserverunreinigung vorliegt. Allerdings wird davon ausgegangen, dass nur ein kleiner Teil der Gesamtfläche so erheblich belastet ist, dass eine Erklärung als Altlast zu erwarten ist (Quelle: Industrielle Brachflächen in Österreich).

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Altlasten in Österreich