image10221SUMATECS

(SUstainable MAnagement of Trace Element Contaminated Soils)

Nachhaltiges Management von mit Schwermetallen und Spurenelementen kontaminierten Böden – Entwicklung und Evaluierung eines praxisnahen Expertensystems zur Auswahl risiko- und standortgerechter Sanierungsverfahren.
Ziele und Themen:

In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Entwicklung „sanfter“ in-situ Sanierungs-techniken (z.B. Phytoremediation, in-situ Immobilisierung) auf wissenschaftlicher Ebene intensiv voran getrieben. Große Fortschritte konnten in experimenteller Hinsicht gewonnen werden, während sich die praktische Anwendung dieser Technologien noch in einem sehr frühen Stadium befindet. Zum einen stoßen die Bestimmungsmethoden für die ökotoxikologisch relevanten Fraktionen von Spurenelementen (insb. Schwermetalle und Arsen) an ihre Grenzen, da sie das potentielle Risiko für die Umwelt nur unvollständig widerspiegeln. Andererseits ist bereits eine ganze Anzahl von in-situ Sanierungstechniken verfügbar, für die ein Expertensystem zur risiko- und standortgerechten Technikauswahl entwickelt werden sollte, um für die Praxis die Auswahl der geeigneten Technik zu erleichtern.

Auch der Umgang mit Böden, die mit Spurenelementen belastet sind, tritt in ein neues Zeitalter ein, in dem Umweltentscheidungen mit Blick auf ein „risikobasiertes Flächenmanagement“ und einer nachhaltigen Entwicklung auch ökonomisch wie sozial verträglich zu gestalten sind. Alle Bemühungen in diese Richtung müssen daher sicherstellen, dass Management wie Sanierung kontaminierter Böden bezahlbar, umsetzbar, effektiv und nachhaltig ist und bleibt.

Bisher wurden zudem eng mit dem Sanierungsprozess verbundene Aspekte nur teilweise in Forschungsprojekten bearbeitet. Das betrifft vor allem mögliche direkte und indirekte Auswirkungen des Sanierungsprozesses und des –zieles auf die lokale Umwelt (z.B. Bodenfunktionen und –prozesse) aber auch sozioökonomische Wirkungen auf die lokale Bevölkerung) sowie prinzipielle Kriterien der Nachhaltigkeit.

Ziel des Vorhabens ist die Zusammenstellung eines Überblicks, basierend auf der Recherche von Publikationen und Berichten über laufende und bereits durchgeführte Projekte, um den derzeitigen Stand von Forschung und Anwendung sanfter Sanierungsmethoden in Europa zu beschreiben. Im nächsten Schritt sollen Expertensysteme zur Auswahl passgenauer Technik mit Blick auf optimale Sanierungsszenarien unter Berücksichtigung ihrer möglichen Auswirkungen auf die lokale Umwelt abgeleitet sowie der künftige Forschungsbedarf definiert werden.

Projektbeschreibung SUMATECS  >> mehr Info…  (pdf, 48 kb)
Fragebogen:

Ausgehend von einer Recherche von Publikationen und Berichten über laufende und bereits durchgeführte Projekte möchte SUMATECS einen Überblick über den derzeitigen Stand von Forschung und Anwendung sanfter Sanierungsmethoden in Europa zusammenstellen. Nach der Betrachtung möglicher Auswirkungen auf die Umwelt sowie sozio-ökonomischer Aspekte stehen im nächsten Schritt Expertensysteme zur Auswahl passgenauer Technik für die Sanierung im Blickpunkt. Abschließend wird der künftige Forschungsbedarf abgeleitet.

Als sanfte Sanierungsverfahren werden solche Verfahren bezeichnet, die eher geringen Auswirkungen auf Bodenstruktur und Bodenfunktionen haben:

  • Immobilisierung:
    Verminderung der Mobilität von Schadstoffen durch Bodenzusätze wie z. B. Eisenoxide oder Tonminerale
  • Phytostabilisierung:
    Einsatz besonders geeigneter Pflanzen zur Begrünung kontaminierter Standorte, um die Schadstoffe am Ort festzuhalten und ihre Verbreitung in der Umwelt zu vermeiden – auch in Kombination mit Bodenzusätzen zur Immobilisierung
  • Phytoextraktion:
    Entzug der Schadstoffe durch besonders akkumulierende Pflanzen, teils in Kombination mit mobilisierenden Zusätzen, welche die Pflanzenaufnahme erhöhen

Fragebogen SUMATECS  >> download…  (doc, 579 kb)[print-me title=“Seite ausdrucken“]

Forschungsaktivitäten des ÖVA